Erklärung
Sextortion setzt auf Scham und Angst. In einer Variante entsteht über soziale Netzwerke ein Kontakt, der zum Austausch intimer Bilder führt und anschließend zur Erpressung genutzt wird. In einer anderen Variante werden massenhaft E-Mails verschickt, in denen behauptet wird, man habe das Opfer beim Besuch bestimmter Seiten aufgezeichnet. Diese Behauptungen sind häufig frei erfunden.
Mit KI-Verfahren lassen sich auch Bilder oder Videos erzeugen, die eine Person darstellen, ohne dass sie je solche Aufnahmen erstellt hat (Deepfake). Das verändert die Bedrohung: Auch wer nie intime Bilder verschickt hat, kann Opfer einer Drohung werden.
Typisches Beispiel (schematisch)
Eine E-Mail enthält ein früheres, echtes Passwort der betroffenen Person aus einem Datenleck und behauptet, sie sei aufgezeichnet worden. Das Passwort wirkt wie ein Beweis, stammt aber aus einem alten Leck und belegt keinen Zugriff.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Nachrichten, Zahlungsaufforderungen und Zeitpunkte sollten gesichert, Profile und Chats nicht gelöscht werden. Eine technische Prüfung kann klären, ob tatsächlich ein Gerät kompromittiert wurde oder nur Daten aus einem Datenleck verwendet werden.
Erkennung und Prävention
Nicht zahlen, den Kontakt abbrechen, Beweise sichern und Anzeige erstatten. Plattformen bieten Meldewege. Für Betroffene kann die Unterstützung durch Beratungsstellen hilfreich sein. Das ist eine Information, keine individuelle Beratung.
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