Erklärung
Rechnungsbetrug zielt auf den Zahlungsprozess. Entweder wird eine komplett gefälschte Rechnung eingeschleust oder eine echte Rechnung so verändert, dass die Zahlung auf ein anderes Konto geht. Häufig läuft der Betrug über eine angebliche Mitteilung des Lieferanten, die Bankverbindung habe sich geändert („Bankdatenänderung“). Der Schaden tritt ein, wenn die Zahlung ohne Gegenprüfung ausgeführt wird.
Der Begriff überschneidet sich mit Business E-Mail Compromise, wenn die Täuschung über E-Mail-Kommunikation erfolgt. Rechnungsbetrug kann aber auch über Papierpost, Portale oder Telefonate laufen. Die Täter sind oft über den Ablauf informiert, etwa über Fälligkeiten, Beträge und Ansprechpartner, und schlagen im passenden Moment zu.
Typisches Beispiel (schematisch)
Eine Rechnung eines langjährigen Dienstleisters wird wie gewohnt digital zugestellt. Wenige Tage später folgt eine Nachricht mit einer „korrigierten“ Rechnung und anderer Kontonummer. Der Betrag wird überwiesen, der echte Dienstleister mahnt später die offene Rechnung an.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Nachvollzogen werden müssen: Quelle und Zeitpunkt der neuen Bankdaten, Änderungen in Stammdaten, Freigaben im Buchhaltungssystem und der Weg des Geldes. Die Analyse der Zahlungswege ist Teil des Asset Tracing; die Auswertung von Belegen und Buchungen gehört zum Forensic Accounting.
Erkennung und Prävention
Änderungen von Bankdaten sollten ausschließlich nach einer Rückbestätigung über einen bereits bekannten Kontaktweg (Out-of-Band-Validierung) und mit einer zweiten Person (Vier-Augen-Prinzip) umgesetzt werden. Eine Auffälligkeitsprüfung bei Stammdaten und neu angelegten Empfängern ergänzt den Schutz.
Auch gesucht als Payment Diversion, Zahlungsumleitung, Rechnungsmanipulation, Fake-Rechnung, Bankdatenänderung, Invoice Fraud, Invoice Redirection