Erklärung
Beim Phishing wird in großer Zahl, meist per E-Mail, eine Nachricht verschickt, die so aussieht, als stamme sie von einer bekannten Stelle. Sie verweist auf eine nachgebaute Anmeldeseite, fordert zum Öffnen eines Anhangs auf oder verlangt eine rasche Reaktion, etwa wegen eines angeblich gesperrten Kontos. Wer die Zugangsdaten eingibt, übergibt sie an die Täter. Der Begriff ist an das englische „fishing“ angelehnt: Es wird ein Köder ausgeworfen, und wer anbeißt, gibt etwas preis.
Klassisches Phishing ist breit gestreut und wenig personalisiert. Gezieltere Varianten sind Spear-Phishing und Whaling; andere Übertragungswege heißen Vishing (Telefon), Smishing (SMS) und Quishing (QR-Code). Generative KI senkt den Aufwand für sprachlich saubere, überzeugende Texte erheblich, sodass typische Rechtschreibfehler als Warnzeichen an Verlässlichkeit verlieren.
Typisches Beispiel (schematisch)
Eine Mitarbeiterin erhält eine Nachricht, ihr Microsoft-365-Konto laufe ab, sie möge sich über einen Link neu anmelden. Die verlinkte Seite sieht echt aus, gehört aber den Tätern. Mit dem eingegebenen Passwort melden diese sich am echten Konto an und können von dort aus weitere Nachrichten versenden oder Zahlungsanweisungen vorbereiten.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Phishing ist häufig der erste Schritt einer längeren Ereigniskette. Für die Untersuchung interessieren der Zeitpunkt der Nachricht, ihre technische Herkunft (siehe E-Mail-Header-Analyse), die Frage, wer geklickt hat, und was danach in den Anmelde- und Zugriffsprotokollen geschah. Erst die Verbindung dieser Spuren zeigt, ob lediglich eine Nachricht eintraf oder ein Konto tatsächlich übernommen wurde.
Erkennung und Prävention
Hilfreich sind eine gesunde Skepsis gegenüber Zeitdruck, das Prüfen der tatsächlichen Linkziele, die Anmeldung nur über selbst eingegebene oder gespeicherte Adressen und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Phishing-resistente Verfahren wie Passkeys verringern den Schaden, wenn ein Passwort doch preisgegeben wird. Verdächtige Nachrichten sollten intern gemeldet und nicht einfach gelöscht werden, damit sie als Spur erhalten bleiben.
Auch gesucht als Passwort-Phishing, Phishing-Mail, Phishingmail, Köder-Mail